Farbenkunde

Durch ihren Einfluss auf Stimmungen und Gefühle sind Farben eines der wichtigsten Elemente der Raumgestaltung. Wir können durch sie positiv auf unsere Psyche und unser körperliches Wohlbefinden einwirken.

Gerade bei der Gestaltung unseres Wohnraumes nimmt die Farbwahl einen entscheidenden Platz ein, da sie neben dem Einfluss auf unsere Lebensqualität auch Ausdruck unserer Kreativität und Persönlichkeit ist.

Von Beginn an die richtige Farbe zu wählen, spart nicht nur Kosten, sondern erspart auch Arbeit und Ärger. Durch die Anwendung einiger Grundregeln ist es durch Farbe möglich, Räumen eine neue Atmosphäre zu geben und tolle Wirkungen zu erzielen.

Was ist Farbe?
Um Farbe erklären zu können, müssen wir in den Bereich der Physik und der Biologie eintauchen. Wir wollen hier aber nur kurz darauf eingehen, um es anschaulich zu machen. Farbe steht immer im Zusammenhang mit Licht. Wird das Licht um uns herum schwächer, wird auch der Farbeindruck kraftloser, bis er schließlich vollständig erlischt. Die Wahrnehmung von Farben wird durch Lichtempfindliche Sehzellen im Auge ermöglicht. Trifft ein Lichtstrahl auf unser Auge, wird durch die Reizung der Netzhaut eine Farbwahrnehmung hervorgerufen. Die Sehzellen werden dabei unterschieden in Stäbchen und Zäpfchen. Die Stäbchen sind helldunkel empfindlich und ermöglichen ein schwarz- weiß Sehen, während die Zäpfchen farbempfindlich sind und so das Farbensehen ermöglichen. Die sichtbaren Spektralbereiche liegen im kurzwelligen blauen, im mittelwelligen gelbgrünen und im langwelligen roten Bereich. Eine optische Wahrnehmung unserer Umwelt wird nur ermöglicht, weil alle Gegenstände das auftreffende Licht reflektieren. Während schwarze, weiße und graue Stoffe den gesamten Spektralbereich gleichmäßig reflektieren, wird bei farbigen Stoffen ein Teil des Spektrums geschluckt und nur der Rest zurückgeworfen. Farbe wie wir sie wahrnehmen, ist also nur der Teil des Lichts, der zurückgestrahlt wird. Außerdem erscheinen stark reflektierende Gegenstände heller und schwach reflektierende dunkler.
Farbmodelle
Betrachtet man den Farbkreis nach Itten, können drei Farbtypen unterschieden werden. Es gibt Farben erster Ordnung, zweiter Ordnung und dritter Ordnung. Als Farben erster Ordnung bezeichnet man die drei Grundfarben Gelb, Rot und Blau. Sie können nicht durch Mischung hergestellt werden. In der traditionellen Farblehre bilden sie das Farbdreieck. Weitere Farbmodelle sind das RGB-Farbmodell mit seinen Grundfarben Rot, Grün und Blau und das CMY-Modell, mit seinen Primärfarben Cyan, Magenta und Yellow. Als Farben zweiter Ordnung bezeichnet man die Mischfarben. Sie werden durch mischen aus den Farben erster Ordnung hergestellt. So wird zum Beispiel aus Gelb und Blau ein Grün und eine violette Farbe erreichen wir durch das Mischen von Blau und Rot. Die Farben dritter Ordnung sind die Tertiärfarben, die aus der Primärfarbe, mit der jeweils angrenzenden Sekundärfarbe gemischt sind. Hier gibt es zum Beispiel Blauviolett oder Blaugrün. Außerdem gibt es so genannte unbunte Farben, wie Schwarz, Weiß und alle Grautöne. Der Rest der Farben wird als bunt definiert. Als Komplementärfarben bezeichnet man die Farben im Farbkreis, die sich gegenüberstehen. Sie werden auch als Ergänzungsfarben bezeichnet. Zwei nebeneinander stehende Komplementärfarben lassen sich gegenseitig kräftiger erscheinen. Im richtigen Mengenverhältnis zueinander ergeben sich tolle Kontraste.
Unbunte Farben
Weiß entsteht durch die Mischung aller komplementären Lichtfarben. Der Sinneseindruck weiß entsteht durch die totale Reflektion des Lichts. Schwarz entsteht durch die Entziehung aller Lichtanteile einer Farbe. Im Gegensatz zum Sinneseindruck weiß, wird hier das Licht vollständig geschluckt. Grau entsteht durch die Mischung der beiden anderen unbunten Farben Schwarz und Weiß.
Der Farbkreis
Der 12-teilige Farbkreis wurde entwickelt von Johann Itten. Er besteht aus den Primärfarben Blau, Rot und Gelb, sowie den Sekundärfarben Orange, Violett und Grün. Durch Mischung dieser Farben zu Tertiärfarben wie Blaugrün erhält man den Rest der Farben. Durch eine weitere Aufgliederung der Sekundärfarben, kann man den Farbkreis auf 24 oder 36 Teile ausweiten
Farbspektrum
Wenn man farbloses, man kann auch weißes Licht sagen, wahrnimmt bedeutet das, dass die unendlich vielen Spektralfarben additiv gemischt sind. Es ergibt sich also aus der Summe von Rot, Orange, Blau, Violett usw. weißes Licht. Wenn wir uns einen Regenbogen anschauen, wird dieses Phänomen deutlich. Das als weiß wahrgenommene Sonnenlicht wird an den Regentropfen wie durch ein Prisma gebrochen und erscheint so in den Spektralfarben wie zum Beispiel Rot, Orange und Gelb.
Kontrastfarben
Farbe habe eine entscheidende Wirkung auf das Erscheinungsbild eines Raumes. Sie können den Raum größer oder kleiner wirken lassen oder können ihn in ein warmes oder kaltes Licht tauchen. Itten hat in seiner Farbenlehre sieben Kontrastwirkungen beschrieben, die helfen können, einem Raum genau den Charakter zu geben, den er haben soll. Der Farbe-an-sich-Kontrast ist der einfachste Farbkontrast. Die Grundfarben ergeben den stärksten Kontrast. Der Hell-Dunkel-Kontrast kann eine deutliche Unterscheidung der Dinge vermitteln. Je dunkler der Hintergrund, desto heller erscheint eine Farbe und umgekehrt. Der Kalt-Warm-Kontrast ist zwar sehr subjektiv, in seiner Wirkung jedoch ausgesprochen wichtig. Der Komplementärkontrast entsteht, wenn zwei im Farbkreis gegenüberliegende Farben nebeneinander angeordnet werden. Bei großen Flächen entsteht durch die gegenseitig steigernde Wirkung, eine sehr unruhige Wirkung. Der Simultan-Kontrast ist ein optischer Kontrast, der durch die Funktionsweise des Auges entsteht. Zu einer betrachteten Farbe erzeugt unser Auge simultan die Gegenfarbe und kann so eine benachbarte Fläche dominieren. Der Qualitäts-Kontrast bezieht sich auf die Qualität der Farbe. Die Farbqualität wird bestimmt durch ihren Reinheits- und Sättigungsgrad. Der Quantitäts-Kontrast ist im Zusammenhang mit der flächenmäßige Ausdehnung zu betrachten. Es geht hier nicht um die reine Menge der Farben, sondern um die Gewichtung der Farben zueinander.

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